Was ist der Unterschied zwischen Sketchnotes und Comics?

Sketchnotes und Comics haben als Strukturmittel jeweils Text und Bilder. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Formen? Gibt es Ähnlichkeiten oder Überschneidungen?

In diesem Artikel möchte ich dieser Frage nachgehen.

Sketchnotes sind eine besondere Form, um sich Notizen zu machen. Sie unterscheiden sich komplett von dem, was ich in der Schule als Kulturtechnik des Schreibens von Texten lernte. Und auch von dem, was die Schule aktuell lehrt.

Kurz gesagt: Sketchnotes sind eine tolle Alternative zu normalen, uns bekannten Manuskripten oder Protokollen in Form linearerer Texte.

Wofür brauche ich Sketchnotes?

Sketchnotes kannst du für alles anwenden, was mit schriftlichen Aufzeichnungen im weitesten Sinn zu tun hat:

  • Mitschriften von Vorträgen oder Fortbildungen,
  • Vorbereitung von Unterrichtseinheiten,
  • Stundenabläufe,
  • Unterrichtsprotokolle,
  • Tafelbilder,
  • Arbeitsblätter und und und…

Deine linearen Aufzeichnungen werden durch Elemente wie Rahmen, Banner, Icons, Schrift, Templates, Männekins zu großartigen visuellen Notizen.

Die Anwendung von Sktechnotes ist auf alle Texte möglich, plötzlich sind deine Infos klar strukturiert und auf deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

Die Elemente der Sketchnotes werden auch in unterschiedlichen Bereichen, wie Flipcharts oder Grafic Recording genutzt.

Unser Gehirn denkt in Bildern

Warum sind Sketchnotes so hilfreich? Sketchnotes helfen dabei, Inhalte schneller zu erfassen. Durch ein Zusammenwirken von Text und Bild hilft es, Inhalte und Zusammenhänge schneller wahrzunehmen. Da unser Gehirn in Bildern denkt, braucht es daher keine weitere Codierung von Wörtern oder Sprache. Bilder werden sofort umgesetzt und sind anschließend leichter im Gedächtnis abzurufen.

Sketchnotes liefern uns zum einen Bilder, auf die das Gehirn sofort zugreift und gleichzeitig eine Emotion zum dargestellten Thema auslöst. Bilder muss unser Gehirn nicht erst kodieren, sondern ruft sofort auch ein Gefühl dazu ab. Dieser Vorgang ist zum Lernen essentiell.

Sketchnotes im Unterricht

Die SchülerInnen lieben in meinem Chemie Unterricht Sketchnotes als Übersicht. Ich zeichne sie entweder als Bild auf meine grüne Tafel oder als Lernplakat auf großem Flipchartpapier.

Sketchnotes unterstützen in meinem Chemieunterricht so das Verstehen von komplexen chemischen Sachverhalten. Der Lernstoff wird auf einen Blick wahrgenommen, die Zusammenhänge erschließen sich für die Schüler:innen leichter. Damit haben die Schüler:innen im Unterrichtsgespräch eine leicht zugängliche Grundlage für weitere Diskussionen.

Um einen Text zu verarbeiten, geht das Gehirn viele Schritte bis zum Verstehen der Worte im Kontext:

  • Entschlüsselung der Buchstaben zu Worten
  • Verbindungen an Vorwissen
  • Auswertungen von Erfahrungen
  • Anknüpfen an die Lebenswirklichkeit
  • Prüfung auf Wahrheit
  • Ist dieser Text interessant oder wichtig
  • Verstehe ich das Geschriebene überhaupt

Die visuellen Notizen sind in der richtigen Verwendung des Begriffes persönliche Aufzeichnungen für einen ganz persönlich.

Sketchnotes helfen dem, der sie anfertigt dabei:

  • sich beim Zuhören besser zu konzentrieren 
  • das Gehörte besser zu durchdringen  
  • sich besser in den Notizen zurechtzufinden und 
  • die Inhalte leichter zu erinnern.

Sketchnotes sind universell in allen Unterrichten, Coachingsitzungen und agilen Arbeitszusammenhängen einsetzbar.

Comics

Ein Comic ist dagegen eine Bildergeschichte. Der volle Ausdruck „Comic Strip“ ist Englisch und bedeutet „komischer Streifen“. Diese Kunstform erzählt in der Regel eine Geschichte, die mit mehreren gezeichneten Bildern in einer bestimmten Reihenfolge entsteht. Die Bilder sind in sich abgeschlossen, bevor es in der Geschichte weitergeht.  

Fazit

Ob jemand Sketchnotes oder Comics zeichnet, hat jeweils ein komplett anderes Anliegen.

Sketchnotes sind individualisierte Aufzeichnungen ohne einen Anspruch auf Kunst.

Texte werden visuell so aufbereitet, dass sie eine persönliche Note und Ausdruck bekommen, der lange in Erinnerung bleibt. Die Symbole und Bilder dienen dazu, Sachverhalte oder Zusammenhänge zu verdeutlichen. Text und Bild ergänzen sich, denn es handelt sich nicht um ein Bilderrätzel, das erraten werden soll ;-).

Comics gehören in die Kunst als eigenständige Kunstgattung. Ihre Aufgabe ist die Erzählung einer Geschichte mit einem Text und einer Abfolge von Bildern.

Trotzdem gibt es zwischen Sktechnotes und Comics klare Überschneidungen in der Verwendung der verschiedenen Strukturen. Es gehören in beide Gattungen auf jeden Fall die Sprech- und Denkblasen, Bewegungslinien und hervorstechende Schriftzüge in auffälliger Farbe dazu.

Sketchnotes wollen Ideen transportieren. Die Zeichnungen dazu gehören nicht in eine Kunstgattung und dürfen ganz simpel und easy sein.

Auch ungeübte Zeichner lernen mit dem richtigen Handwerkszeug einfache

Sketchnotes zu erstellen. Dafür braucht es kein Talent.

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